Rasseportrait der
Gordon Setter
Der Gordon Setter gehört zur Gruppe der englischen Vorstehhunde
FCI Gruppe 7, er ist im Grunde seines Herzens ein passionierter und
sehr ausdauernder Jagdhund. Er wurde ursprünglich speziell zum
Anzeigen von Federwild gezüchtet, - wenn er Wildwitterung hat,
dann stößt er das Wild nicht heraus, sondern bleibt wie erstarrt
stehen, hebt vielleicht eine Vorderpfote und zeigt so das typische Vorstehen,
manche setzen sich oder legen sich hin. Der Name Setter kommt von "
to set " sich hinsetzen.
Die Gordon Setter sind elegante, intelligente, robuste Hunde mit kräftigem
Körperbau, ausgeglichenem Wesen und vielseitigen Eigenschaften.
Als besonderer Liebhaber, Förderer und Züchter dieser Rasse
gilt Herzog Alexander von Gordon, daher auch der Name Gordon Setter
oder auch Schottischer Setter. Der Ursprung der Gordon Setter ist eine
Mischung aus verschiedenen Stöberhunden, Spaniels und "setting
dogs". Doch wurde in seiner Zucht auch ziemlich viel experimentiert,
so sollen immer wieder Rote Irish Setter eingezüchtet worden sein.
Auch von Bloodhounds ist die Rede, worauf der schwere Kopf, die tiefe
Belefzung und der starke Körperbau hindeuten. In der Geschichte
der Gordon Setter Zucht taucht auch immer eine legendäre schwarze
Colliehündin auf, die wegen ihrer vorzüglichen Stöber-
und Vorsteheigenschaften und ihrer Intelligenz bewusst eingekreuzt worden
sein soll.
Gordon Setter sind, wie alle anderen Setter-Rassen liebevolle, intelligente
und kinderfreundliche Familienhunde. Sie vertragen sich mit der Hauskatze
und auch mit dem geliebten Kaninchen. Alles was zur Familie gehört,
wird respektiert. Der Gordon Setter muß seine Bewegungsfreude
und sein Temperament täglich mindestens für 1 ½ Stunden
frei ausleben können, dann hat man im Haus ein sehr ruhiges und
unauffälliges Familienmitglied. Der Gordon braucht eine sehr liebevolle
und konsequente Erziehung ohne Härte. Auch sportliche Betätigungen
wie Joggen, Radfahren, Agility etc., können diese Hunde auslasten.
Das Wichtigste dabei ist allerdings:
Immer alles gemeinsam mit Frauchen oder Herrchen. Der ideale Platz für
einen Gordon Setter ist bei naturverbunden, sportlichen Menschen die
den Hund als Familienmitglied sehen, mit dem sie ihre Freizeit verbringen,
und den sie seinem Wesen entsprechend ausbilden und führen. Durch
ihr angenehmes, verträgliches und fröhliches Wesen lassen
sich Gordon Setter problemlos im Rudel und gemeinsam mit anderen Tieren
halten.
Durch ihr sanftmütiges Wesen, kombiniert mit der besonders sensiblen
Nase sind sie auch perfekt als Rettungshunde einsetzbar, sie sind geeignet
für das Mantrailing, zur Ausbildung als Lawinen- und Sprengstoffhunde.
Heutzutage wird der Gordon Setter für alle Aufgaben im Jagdrevier
eingesetzt, für die Feldarbeit (Suchen und Vorstehen). Wasserarbeit
(Enten apportieren), zum Stöbern und auch für die Schweißarbeit.
Der Jäger hat einen treuen Begleiter mit extrem feiner Nase, der
ihm täglich berichtet, was es im Revier Neues gibt, indem er durch
intensives Bewinden (Schnuppern) Trittsiegel, Losung, Federn oder Haare
anzeigt, wenn es möglich ist, apportiert der Gordon freudig was er
gefunden hat. Der Gordon Setter ist mutig ohne leichtsinnig zu werden,
manche legen sich mit Raubwild an, vor Schwarzwild haben die meisten allerdings
Respekt, eine gesunde Vorsicht.
Sie haben sehr viel Ausdauer und vorzügliche Nasen.
Die Pflege der Gordon Setter beschränkt sich auf
regelmäßiges Bürsten und Kämmen des Haares, Kletten
sollten entfernt und verfilzte Strähnen sollten herausgeschnitten
werden. Die Kontrolle der Augen und Ohren ist wichtig. Die Hunde, die
sich ausschließlich auf weichem Boden bewegen, haben bald lange
und sehr spitze Krallen, hier sollte regelmäßig die Spitze
abgeknipst werden.
Die Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt 12 Jahre.
Das Fell ist tiefschwarz glänzend mit mahagonifarbenen
Abzeichen (Brand).
FCI-Standard Nr. 6 / 20.06.1988 / D
GORDON-SETTER
URSPRUNGSLAND : Großbritannien
ÜBERSETZUNG : Jochen Mahlfeldt und Tilman Heyde.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Eleganter Hund, mit den Konturen eines Vollblüters. Sein Körperbau
ist ausgewogen und mit dem eines leistungsfähigen Jagdpferdes vergleichbar.
Vollkommen harmonische Proportionen.
CHARAKTERISTIKA :
Intelligent, leistungsfähig, von vornehmer Gelassenheit.
WESEN :
Mutig, offen, freundlich und ausgeglichen.
KOPF UND SCHÄDEL:
Kopf eher tief als breit, Schädel breiter als der Fang, mit erkennbarem
Raum für das Gehirn. Schädel leicht gerundet, am breitesten
zwischen den Behängen. Ausgeprägter: Stop. Länge vom Hinterhauptbein
zum Stop größer als vom Stop bis zur Nase. Unterhalb und oberhalb
der Augen trocken. Die Wangenpartien gerade so schmal zueinander, wie
es einem trockenen Kopf entspricht. Fang lang, mit fast parallelen Linien,
weder aufgeworfen noch schwach und spitz zulaufend. Lefzen nicht pendelnd,
jedoch deutlich ausgeprägten. Nase groß, breit und schwarz,
Nasenlöcher weit geöffnet, Fang nicht ganz so tief, wie lang.
AUGEN:
Dunkelbraun, ausdrucksvoll. Weder zu tief liegend noch hervortretend,
genügend tief unter den Brauen, ihr Ausdruck ist entschlossen, intelligent.
BEHANG:
Mittelgroß und dünn. Tief angesetzt und dicht am Kopf anliegend.
GEBISS:
Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und
vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne
Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht
im Kiefer stehen.
HALS:
Lang, trocken, gebogen, ohne lose Kehlhaut.
VORHAND:
Lange Schulterblätter, die gut und schräg zurückliegen.
Schulterblattknochen breit und flach, am Widerrist geschlossen. Schultern
nicht überladen. Ellenbogen gut unterstellt und dicht am Rumpf anliegend.
Vorderläufe mit flachen Knochen, gerade und kräftig. Aufrechter
Vordermittelfuß.
GEBÄUDE:
Mäßig lang, Sternum tief, Rippen gut gewölbt. Gut aufgerippt,
Lendenpartie breit und leicht geschwungen. Brust nicht zu breit.
HINTERHAND:
Zwischen Hüfte und Sprunggelenk lang, breit und muskulös. Abstand
vom Sprunggelenk bis zu den Ballen kurz und gerade. Kräftiger Hintermittelfuß.
Kniegelenke gut gewinkelt. Lage des Beckenknochens tendiert zur Waagerechten.
PFOTEN:
Oval, geschlossen, mit gut aufgeknöchelten Zehen; zwischen den Zehen
üppig behaart. Gut gepolsterte Zehen und Ballen.
RUTE:
Gerade oder leicht säbelförmig, nicht über die Sprunggelenke
hinabreichend. Waagerecht oder unterhalb der Rückenlinie getragen.
Am Ansatz kräftig, zu einer feinen Spitze auslaufend. Die Befederung
bzw. die Fahne beginnt In der Nähe des Rutenansatzes, ist lang und
gerade und nimmt zur Spitze hin gleichmässig ab.
GANGART/BEWEGUNG:
Gleichmäßiger, freier und korrekter Bewegungsablauf mit sehr
viel Schub.
HAARKLEID:
Am Kopf, an den Vorderseiten der Läufe und an den Spitzen des Behangs
kurz und fein, mäßig lang; glatt, ohne Locken oder Wellung
an allen anderen Körperteilen. Die Befederung am oberen Bereich des
Behangs ist lang und seidig, an den Rückenseiten der Läufe lang,
fein, glatt und gerade, die Fransen am Bauch können sich bis zur
Brust und zum Hals hin fortsetzen und dabei so wenig wie möglich
gelockt oder gewellt.
FARBE:
Tiefglänzendes Kohlschwarz, ohne Rostschimmer, mit kastanienrotem,
d.h. leuchtendem Brand. Schwarze Strichelung (pencil markings) auf den
Zehen und ein schwarzer Strich unter dem Unterkiefer erlaubt.
"BRAND" : zwei deutlich erkennbare Punkte über den Augen,
die nicht größer als knapp 2 cm im Durchmesser sein dürfen.
An den Seiten des Fanges nicht über den Nasenansatz hinausreichend,
ähnlich einem Streifen von einer Seite zur anderen um das klar abgegrenzte
Fangende. Ebenfalls an der Kehle und als zwei große, deutlich abgegrenzte
Flecken an der Brust. An den Innenseiten der Hinterläufe, Oberschenkel,
an der Vorderseite des Kniegelenks hinablaufend und sich von den Sprunggelenken
zu den Zehen nach außen verbreiternd. Hinten an den Vorderläufen
bis zum Ellenbogen auf der Vorderseite bis zum Vorderfußwurzelgelenk
oder etwas darüber; rund um das Waidloch. Ein sehr kleiner weißer
Brustfleck ist gestattet. Keine andere Farbe ist erlaubt.
GRÖSSE: Schulterhöhe : Rüden 66 cm
Hündinnen 62 cm
FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
ANMERKUNG:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Skrotum befinden.
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