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Aufzucht der Pinnower Gordon Setter Welpen

 

Wir Welpen werden im Wohnhaus, im Wohnzimmer geboren, unsere werdende Mutter erhält Streicheleinheiten und Honigmilch, gleich neben dem Wohnzimmer ist das Welpenzimmer, hier bleiben wir für die ersten Wochen.

Wenn unser Hundezimmer im Haus zu langweilig geworden ist, und wir schon alle Ecken kennen, so ca. im Alter von 4 Wochen ziehen wir um in unser Hundehaus, genannt "Gordon-Castle", dieses Holzblockhaus hat innen eine Größe von 16 m², diese angenehme Größe gewährleistet, daß auch bei ungemütlichen Außentemperaturen immer jemand bei uns ist, dazu eine überdachte Terasse von 6m², also haben wir Kleinen auch bei schlechtem Wetter immer ausreichend Platz zum Spielen.

In unserem Welpengarten haben wir die Gelegenheit ca. 400 Quadratmeter nach unseren eigenen Wünschen zu gestalten, was uns größtes Vergnügen bereitet :-))))

Wie in unserem Welpenzimmer, so gilt auch in unserem Welpenhaus "Gordon Castle" - Sauberkeit, täglich wird gereinigt, Uringeruch oder etwa der Geruch von starkem Salmiak gibt es bei uns nicht !!!

Wir Welpen werden in unseren ersten acht Lebenswochen auf ein Leben in und mit der Familie geprägt, einen Zwinger kennen wir nicht, und den möchten wir auch nicht kennenlernen.

Eine Haltung, bei der wir Hunde auschließlich im Garten in einer Hütte leben sollen also das Haus nicht betreten dürfen, ist für uns Welpen absolut ungeeignet, da wir einen sehr innigen Kontakt zu Menschen gewohnt sind, und der ist bei einer reinen Gartenhaltung nicht gegeben :-(((

Unsere Züchter sind der Meinung, es ist besonders wichtig, auch die kleinen Menschenkinder kennenzulernen, denn die sind laut, schnell und machen so komische Sachen, manchmal erschrecken sie uns, und dann sind sie wieder gaaanz lieb, aber letztendlich brauchen wir vor denen keine Angst zu haben, denn die tun nichts. Wenn in unseren neuen Familien dann auch kleine Kinder sind, dann freuen wir uns, denn wir wissen schon, was die so alles können :-))))

Wir Welpen bekommen in den ersten acht Lebenswochen sehr, sehr viele unterschiedliche Reize angeboten, sei es das Zerkleinern des Weihnachtsbaumes mit der Motorsäge, die Kreissäge des Nachbarn,

Hier wird bei uns Holz gesägt, interessiert uns Welpen überhaupt nicht mehr. Wenn wir noch nicht überall mit dabei sein dürfen, dann sind unsere Leute bei uns und lassen uns an ihrem Leben teilhaben. Oftmals sitzen unsere Menschen mit Freunden bis spät in den Abend hinein mit uns im Castle und erzählen, lachen, scherzen und amüsieren sich, genau wie es für unsere weitere Zukunft vorgesehen ist als Familienmitglied. So werden wir hier geprägt, damit unsere neuen Familien einen wesensstarken, ruhigen und stressresistenten Hausgenossen bekommen, der das Leben mit den Gewohnheiten und Geräuschen des Familienlebens schon kennt.

Autofahren ist auch normal, Unser Terrassendach "donnert" stundenlang bei den vielen Stürmen hier. Der Laubsauger wird auch ab und zu mal angeschaltet. Luftballons, scheppernde Kupferkannen usw. gehören auch zu unserem Spielzeug. Eine"Ablenkfütterung" gibt es jeden Vormittag, frisches Obst und frisches Gemüse, alles was es auf dem Markt so gibt, Bananen, Äpfel, Möhren, Sellerie, Fenchel, Rote Beete, Rosenkohl, Paprikaschoten, usw. ist gesund und wird bestens vertragen, - Verdauungsprobleme kennen wir Welpen nicht. Diese Ablenkung hat natürlich noch einen zweiten Sinn, Frauchen kann schnell in unser "Castle" laufen, die Tür schließen und dann schön sauber machen. Denn wir haben inzwischen keinen Respekt mehr vor dem Staubsauger, und während unserer Anwesenheit ist ein Putzen absolut unmöglich.

Unsere Aufzucht verläuft nach dem Motto "was Hänschen nicht lernt......."

Die Gordon Setter Welpen vom Pinnower Moor lernen auch, mit Streßsituationen umzugehen.

Die Erlebnisse der ersten acht Lebenswochen eines Welpen sind unauslöschlich und für ein ganzes Hundeleben im Hund verankert !!!

Bei der Welpenabgabe sind die Kleinen drei mal entwurmt, gegen Parvo, Staupe, Hepatitis und Leptospirose geimpft, sie sind gechipt und so lange es in Brandenburg möglich ist, werden unsere Welpen auch tätowiert.

 

Für meine Lieblinge möchte ich nur die allerbesten neuen Familien wissen, denn in einem achtwöchigen engen Miteinander habe ich zu meinen Welpen eine innige Beziehung aufgebaut.

 

Hier gibt es Welpentagebücher mit vielen Bildern, - einmal ein Winterwurf (G-Wurf)

1. Woche 2. Woche 3. Woche 4. Woche 5. Woche
6. Woche 7. Woche 8. Woche 9. Woche 10. Woche
 
...und einmal ein Sommerwurf !!! (H-Wurf)
1. Woche 2. Woche 3. Woche 4. Woche
5. Woche 6. Woche 7. Woche 8. Woche

Von der Geburt eines Welpen, bis zur Abgabe, - die wichtigste Entwicklungszeit beim Züchter.

Die emotionale und auch körperliche Entwicklung der Welpen beginnt bereits im Mutterleib, der Lebensstil, die Nahrung und auch die Gefühle der Mutter haben bereits jetzt Einfluß auf die Entwicklung der Ungeborenen. Bereits mit diesem Wissen, kann ich mich als Züchter in verstärktem Maße der Mutterhündin widmen, kann ihre Gesundheit und die der Welpen durch besonders hochwertige Kost günstig beeinflussen.Der neugeborene Welpe befindet sich bis zur 2. Lebenswoche in der "Vegetaiven Phase", d.h. alle seine Reaktionen sind instinktgesteuert, sein Leben dreht sich nur um Ernährung, Ausscheidung, Wärme, die Kleinen bewegen sich mit pendelnden Kopfbewegungen hin zur mütterlichen Zitze, sie können noch nichts sehen und auch nichts hören, sie können aber Wärme wahrnehmen. In der dritten Woche öffnen sich die Augen und auch die Ohren, jetzt sind die kleinen Gordon Setter Welpen in der Lage, ihre Geschwister zu erkennen, sie beginnen mit Spiel und Raufereien. Danach beginnt die Prägungsphase. Hunde sind nicht rein instinktgesteuert, sondern bereits in der Jugendphase äußerst lernbegierig - Prägung ist auch eine Art des Lernens, allerdings findet Prägung nur in einem bestimmten Zeitraum in der Jugendentwicklung des Welpen statt. Prägung ist ein einmaliger und unwiederholbarer Vorgang während einer kurzen Zeit in einer genetisch festgelegten Zeitspanne. In dieser Zeit werden die Welpen unwiderrufbar auf die Objekte ihrer sozialen Beziehung, den Menschen, festgelegt.
Verstreicht diese sensible Prägungsphase (4.-8. Lebenswoche) ungenutzt, und der Welpe wird nicht geprägt, so führt das zu schwerwiegenden, lebenslangen Verhaltensstörungen - was fast jeder Hundebesitzer bestätigen kann, der seinen Welpen nicht bei einem Züchter, sondern bei einem „Hundevermehrer" oder im Tierhandel erworben hat. Lernen ist die Fähigkeit, Informationen zu speichern, diese bei Bedarf abzurufen und zwischen guten und schlechten Erfahrungen zu unterscheiden.In der Prägungsphase der Welpen finden wir die einfachste Form des Lernens, welches uns Züchtern so selbstverständlich erscheint, dass wir es oftmals gar nicht als eine Form des Lernens erkennen. Dieses Lernen ist eine Anpassung des Welpen an seine Umwelt, es wird für ihn als eine biologisch notwendige Anpassungsleistung dargestellt, deren wichtigstes Element das Lernen durch Erfolgserlebnisse ist. Sein Verhalten lässt ihn immer wieder in Situationen kommen, die gemeistert werden müssen, wobei er im Spiel wichtige Verhaltensweisen für das spätere soziale Zusammenleben einübt, er übernimmt soziale Verhaltensweisen der älteren Rudelgenossen, die er später, zwar nicht genetisch, aber als „Traditionen", an die nächsten Generationen weitergeben kann.
Für unsere Welpen ist diese Prägungsphase der wichtigste Lebensabschnitt für das spätere Zusammenleben mit dem Mensch. In dieser Zeit der Neugier und der angeborenen Lernbegabung, werden sie nun schnell auf den Menschen geprägt.
Allerdings sind Fehler, die während dieser Prägungsphase im Umgang mit dem Welpen gemacht werden, auch beim erwachsenen Hund zeitlebens nicht mehr korrigierbar. Im Alter von vier bis fünf Wochen zeigen die Welpen auch schon ersten Anzeichen von Aggression, obwohl augenscheinlich kein Grund dazu besteht, denn die für sie elementaren Bedürfnisse wie Futter und Fürsorge der Mutter sind für alle reichlich vorhanden.
Furcht und Aggression sind ein wichtiger biologischer Faktor zum Überleben, sowohl für den einzelnen als auch für das ganze Rudel. Durch die innerartliche Aggression werden die stärksten, gesündesten und intelligentesten Hunde in Rivalenkämpfen um Rangstellung, Geschlechtspartner und Fortpflanzung selektiert, bereits in dieser Phase kann der Züchter besonders starke Tiere erkennen. Es ist also nicht unbedingtes Zuchtziel, aggressionsfreie Hunde zu züchten, was nicht angestrebt wird, sind Hunde mit unerwünschter und unkontrollierbarer Aggression.

Hier üben sich zwei 7 Wochen alte Gordon Setter Welpen im Raufen.
Für den Welpen beginnt mit ungefähr der neunten Lebenswoche die Sozialisierungsphase. Der junge Hund lernt durch sein Aufwachsen in der neuen Familie die Spielregeln des sozialen Zusammenlebens. Der junge Hund lebt sich langsam in seiner neuen Familie ein, und er hat eine natürliche Angst davor, sich von ihnen zu weit zu entfernen, denn Alleingelassenwerden kommt in diesem Alter einem Todesurteil gleich, so wird er alles daran setzen, zu einer Familie zurückzukehren.
Von vielen Hundehaltern wird die Tatsache ignoriert, daß der Welpe dringend auf soziale Kontakte mit Gleichaltrigen angewiesen ist, denn hierbei bringen sich die Kleinen wichtige Verhaltensgrundlagen untereinander selber bei, die Kampfspiele häufen sich in diesem Lebensabschnitt, wobei der Welpe lernt, seine eigene Stärke abzuschätzen und auch gezielt einzusetzen. Ernsthafte Verletzungen kommen bei diesen Spielen der Jungen untereinander kaum vor.
Gesunde Hunde aus ordnungsgemäßer und liebevoller Zucht, die nach den Erkenntnissen einer neuzeitlichen Verhaltensforschung hundegemäß während ihrer ersten Lebensmonate aufgezogen wurden, werden verläßliche Freunde und gute Kameraden. Und nach der Welpenabgabe freuen sich alle auf die gemeinsamen Treffen, Spaziergänge in den Berliner-Hundeauslaufgebieten, Welpenspielstunden, Grundgehorsamskurse und auf die ersten Schritte in der Ausbildung. Auch bei den Vorbereitungen für Ausstellungen sind wir behilflich.

 

 

© Copyright - Irmela Pinkwart

Gordon Setter Zucht vom Pinnower Moor VDH FCI JGHV